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Literatur #43: Ein wenig Leben (Hanya Yanagihara)

🕑 Added 2024-07-26 16:00:08 +0000 UTC
Literatur #43: Ein wenig Leben (Hanya Yanagihara)
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Comments

Emma Air

Einmal am Thema vorbei. Vielleicht könntet ihr den folgenden Punkt in der nächsten speak easy bar aufgreifen. In Ep.260 sagt Ole gegen Ende, somit hätten die ganz unten, ein besseres Leben, die reichen ein etwas schlechteres. Wäre es nicht sinnvoller, etwas unmoralisierender von mehr und weniger Geld zu reden? Und warum wechselt ihr auf einmal in den Konjunktiv, wenn es heißt, es könne schon sein, dass wir alle von den Niedriglöhnen, bezogen auf unseren Lebensstandard profitieren? Der Schluss, das ein andere Umverteilung nicht zu großen Verlusten der durchschnittlichen Verdiener und denen darunter führen müsste, hebt den Fakt doch nicht auf, oder übersehe ich hier etwas ? Wie auch immer, macht weiter so. Ich hab euch lieb

Hypathia

Während der Rezeption hatte ich fortwährend die Empfindung einer Inkompatibilität zwischen Urteil und Roman, es passte systemisch nicht zusammen, Stil und Inhalt wurden verglichen mit dem Werk von Michel Houellebecq, ja sogar James Joyce, F. Dostojewski und Thomas Mann wurden genannt. Es geht mir nun nicht um die Frage der Richtigkeit dieser Darstellung, da hierfür kein passender Maßstab vorhanden ist, sondern um die Legitimität der Methodik. Um ein literarisches Werk zu rezensieren, sollte zunächst dessen Zielsetzung festgelegt werden, worin ebenfalls das angesprochene Lesepublikum enthalten ist, vereinfacht ausgedrückt, was will der Literat bewirken und wen will er ansprechen. Zu diesem literarischen System kann ich Position beziehen und im Vergleich mit anderen Werken rezensieren, alternativ werden Genre miteinander verglichen, die sich nicht verbinden lassen! Schwierig scheint mir eine Zuordnung eines Unterhaltungsromans wie „Ein bisschen Leben“ unter die Kriterien hoher literarischer Kunst, um dann das Werk berechtigt nach diesem Maßstab als ungenügend oder schlecht zu bezeichnen. Auch als U-Roman ist dieses Buch bei mir durchgefallen, ich gehöre offensichtlich nicht zum Zielpublikum.


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